Sacra Sodalitas Saturni

Geschichte

 

Schenkt man der internen Historiographie der Saturn-Orden Glauben, so seien in den römischen Saturnalien aber auch in gnostischen Strömungen, wie der Ophiten und der Barbelo-Gnostiker, frühe Vorfahren der heutigen Saturn-Orden zu erkennen. Einer weiteren Darstellung gemäß, gab es erste Saturnbruderschaften schon im 17. Jahrhundert in Skandinavien und Polen, die aber nicht überdauerten. Später habe dann Jósef Hoëné-Wroński in Warschau eine saturnische Bruderschaft wiederbelebt und es folgten Ortslogen in Krakau, Posen und Thorn, ehe diese in verschiedenen Kriegswirren untergingen. Soweit die Fama.

Erst die 1921 in Berlin gegründete Pansophische Gesellschaft, deren Leitung in der Hand des OTO-Mitgliedes Recnartus (Heinrich Tränker) lag, ist historisch nachweisbar. Infolge der Weida-Konferenz im Sommer 1925, an der auch Meister Therion (Aleister Crowley) teilnahm, kam es zum Bruch innerhalb der Pansophischen Gesellschaft, und fünf ihrer Mitglieder gründeten unter Führung des vormaligen Logensekretärs der Pansophischen Gesellschaft, Gregor A. Gregorius (Eugen Grosche) am 8. Mai 1926 die Fraternitas Saturni (FS).

Damit beginnt die Geschichte der Saturn-Orden.

Die erste Inkarnation der FS (fürderhin Ur-FS genannt) bestand von 1926 bis zu ihrer Selbstauflösung ob finanzieller Widrigkeiten 1934. Es erschienen die Schriftreihen Saturn Gnosis, Magische Briefe und Logenschul-Vorträge.

Nach dem Krieg belebte Gregorius die FS erneut und diese (sogenannte Alt-FS) blühte von 1948 bis in die frühen 1980er. Großmeister Gregor A. Gregorius starb im Januar 1964, und die umfangreiche Reihe Blätter für angewandte okkulte Lebenskunst (BfaoL) wurde eingestellt.

Mit dem Tode von Grosche beginnt eine Zeit des Niederganges und des Zerfalls, die in die „Zeit der streitenden Meister“ mündet: Vielfach wechselnde Großmeister und innere Spannungen prägen die Fraternitas Saturni über die nächsten zwei Jahrzehnte, und das okkulte Weistum wird nur noch dürftig tradiert. Diese Epoche dauerte von etwa 1968 bis Anfang der 1980er.

Unwillens die gegebenen Umstände weiter zu dulden, sagte sich der Ortsorient Bersenbrück unter der Leitung von Honorius – später Seth-Horus – (Dieter Heikaus) ab 1979 von der FS los. Nachdem diese Ortsloge sich 1980 zum Ordo Saturni (OS) konstituiert hatte, trat die Mehrzahl der Hochgradmeister aus der FS aus und in den OS ein, so auch Meister Giovanni (Karl Wedler), einziger Inhaber des 33°.

Unter den Meistern Thot und Scorpio richtete sich die FS in den frühen 1980ern dann neu aus (sogenannte Neo-FS), und diese Loge arbeitet bis heute.

Die Communitas Saturni (CS) wurde mit der Übertragung eines Logenpatentes von Alt-FS-Meister Immanuel 1993 gegründet und ist heute noch aktiv.

Die Sacra Sodalitas Saturni (SSS) wurde 2017 von ehemaligen Mitgliedern des OS gegründet.

Weitere Saturn-Orden, wie die Fraternitas Templi Saturni (FTS), Großloge Gregor A. Gregorius (GAG) und andere mehr sind entweder erloschen oder in anderen Logen aufgegangen und bedürfen keiner Berücksichtigung.

Folgende graphische Darstellung gebe einen Überblick: